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Bio- / Neurofeedbacktraining

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Das ist wie Radfahren

- N. Birbaumer

Was ist wie Radfahren? Oder was ist Bio-/Neurofeedbacktraining?


Bio- und Neurofeedbacktraining sind Methoden, mit denen Sie lernen können, Ihre Körper- (Biofeedback) und Gehirnaktivität (Neurofeedback) bewusst zu kontrollieren.

Unkonzentriertheit, Abgelenktsein, Aufregung, Anspannung, schneller Puls, Schwitzen, schwere Gedanken, Gedankenkreise, … all das spüren wir im Körper, und vieles davon entsteht meist direkt im Gehirn – unserer Schaltzentrale.

Und oft entsteht das Gefühl, dem ausgeliefert zu sein. Oder die Reaktion „Ich bin eben impulsiv.“ Manchmal schon etwas resignierter: „Ich kann mich halt nicht konzentrieren.“

Hier greift Bio- und Neurofeedbacktraining ein. Lernen Sie, Ihren Körper und Ihr Gehirn selbstbewusst und sicher zu steuern. Wir können Konzentration und Wohlbefinden erlernen. Bio- und Neurofeedbacktraining hilft Ihnen dabei.

Fachwissen für Interessierte

Wie funktioniert das?


Beim Biofeedback messen wir körperliche Reaktionen – Puls, Muskelspannung, Hauttemperatur, Atmung, Herzfrequenz, Blutdruck, …

Beim Neurofeedback messen wir die Aktivität im Gehirn.

Dazu werden Ihnen kleine Elektroden am Körper (Biofeedback) oder am Kopf (Neurofeedback) angelegt. Diese spüren Sie auf der Haut kaum. Es tut weder weh, noch ist es unangenehm. Die abgeleiteten Werte werden durch ein Computerprogramm sichtbar oder hörbar gemacht und Ihnen auf dem Bildschirm angezeigt. Ihre Aufgabe besteht nun darin, Veränderungen zu bewirken. Das Herz soll ruhiger schlagen, die Atmung gleichmäßiger und tiefer werden, die Muskulatur darf sich entspannen – durch die direkte Rückmeldung auf dem Bildschirm gelingt Ihnen das.

Bei der Ableitung aus dem Gehirn wird die Aktivität in Frequenzen dargestellt. Bei ADHS ist z. B. häufig die Theta-Frequenz zu hoch. Diese Anteile senken wir mit dem Training. Der Effekt zeigt sich in mehr Ausgeglichenheit, verbesserter Konzentration, weniger Zappelei, gesteigertem Wohlbefinden, … .

Der große Vorteil des Trainings liegt darin, dass Sie Ihre Veränderungen selbst von innen bewirken. Unser Körper und unser Gehirn sind auf positive Rückmeldung programmiert. Das heißt, wir wollen Dinge gut und erfolgreich abschließen. Die Animation, der Film oder das kleine Spiel auf dem Bildschirm laufen nur, wenn sich die Trainingswerte im gewünschten Bereich befinden. Ist das nicht so, gibt es einen Stopp, eine Störung, ein unangenehmes Geräusch. Ihr Körper und Ihr Gehirn werden das fast automatisch verhindern und somit ein erfolgreiches Training ermöglichen.

Fachwissen für Interessierte

Wie lange muss ich trainieren?


Eine einzelne Sitzung dauert 60 Minuten.

Der Trainingszeitraum bei Kindern umfasst 40 Sitzungen mit je 2 Terminen pro Woche. Danach empfehlen wir eine Pause von 6 Monaten. Wenn Sie danach das Gefühl haben, eine kleine Auffrischung zu benötigen, ist dies möglich.

Bei Erwachsenen kann der Trainingszeitraum auch deutlich länger sein. Das Gehirn benötigt einfach länger zum Neu- oder Umlernen.

Für wen ist Neurofeedack geeignet


Auch hier gilt wie immer in der Ergotherapie – wir sind für Menschen jeden Alters da.

Beim Neurofeedback gibt es jedoch die Empfehlung, erst im Alter des Schuleintritts mit dem Training zu beginnen.

Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit bei Kindern mit AD(H)S. Auch im Bereich psychischer Erkrankungen, bei Autismus, Epilepsie, Depression und Demenz wurden erfolgreiche Studien vorgelegt.

Der Einstieg ins Training ist damit in jedem Alter möglich und erfolgversprechend.

Gerade für Kinder und Erwachsene mit AD(H)S-Diagnose oder Verdacht ist Neurofeedbacktraining empfehlenswert, bevor sie beginnen, Medikamente zu nehmen.

Wie lange hält die Wirkung an?


Und jetzt nochmal zurück zum Radfahren. Das haben Sie als Kind durch Übung gelernt und können es nun, ohne sich Gedanken darüber zu machen. Fahrrad nehmen, losfahren. Ihr Körper und Ihr Gehirn haben es verinnerlicht. Es geht/fährt sich wie von allein. Genauso ist es beim Bio- und Neurofeedbacktraining. Sie üben und verinnerlichen das Gelernte in Körper und Gehirn. Und wie beim Radfahren bleibt der Erfolg.

Auch wenn Sie viele Jahre nicht auf einem Fahrrad saßen, können Sie es noch. Beim Bio- und Neurofeedbacktraining ist es ebenso. Der Lernerfolg bleibt bestehen.

Und wie wirkt sich Neurofeedback auf meine Medikamente aus?


Auch während der Neurofeedbacktherapie nehmen Sie Ihre verordneten Medikamente wie gewohnt weiter. Es kann vorkommen, dass im Verlauf des Trainings die Dosis angepasst werden muss.

Auch hier gibt es Studien, die belegen, dass Neurofeedbacktraining die Einnahme von Medikamenten reduzieren kann.

Gibt es Nebenwirkungen?
Ein klares
NEIN! Der große Vorteil des Neurofeedbacktrainings ist, dass es keine Nebenwirkungen hat.

Zu Beginn können leichte Müdigkeit oder ein Gefühl der Anstrengung entstehen. Das liegt aber meist an der ungewohnten Trainingsmethode.

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